Penn Station – Größter Fernbahnhof in New York

Penn Station SubwayPenn Station – Zugleich unbeliebtester Ort der Stadt

Düster, dunkel, deprimierend – Die Urteile der New Yorker und Touristen über den größten Fernbahnhof der Stadt, die Penn Station (Pennsylvania Station) im Westen Manhattans, könnten schlimmer nicht ausfallen. Obwohl täglich von rund 650.000 Reisenden und Pendlern frequentiert, gehört die Station zu den unbeliebtesten Orten der Stadt. Wer einmal dort war, weiß warum. Abweisende und nichtssagende Eingänge, umgeben von gesichtsloser Architektur der 1970er Jahre, sind wahrhaft kein attraktives Entrée. Innen wird es nicht besser. Labyrinthische Gänge führen zu den unterirdischen Gleisanlagen, ergänzt durch grelles Neonlicht und niedrige, bedrückende Decken. Hat man es geschafft, durch diesen Moloch zu den Zügen durchzukommen, will man nur noch weg.

Einst prunkvolle Architektur

Das war nicht immer so. Der 1910 eröffnete Bahnhof besaß einst eines der schönsten Empfangsgebäude der Welt. Außen durch majestätische Säulen und viel Neo-Barock geschmückt, fanden sich die Reisenden im Innern in einer gigantischen gewölbten Halle wieder. Sie ließ gleichermaßen an den Pariser Belle-Epoque-Bahnhof am Quai d’Orsay und an die Caracalla-Thermen in Rom denken. Nicht minder edel waren die großzügigen, mit riesigen Glasfenstern ausgestatteten Bereiche für die Bahnsteige gestaltet. Die prunkvolle Architektur war ein Meisterwerk des renommierten New Yorker Büros McKim, Mead & White. Die Pennsylvania Station galt als adäquates Eingangstor nach Manhattan. Doch 1963 war Schluss. Die ehrwürdigen Gebäude wurden trotz vieler Proteste dem Kommerz geopfert und abgerissen. Den Bahnbetrieb verlegte man in den Untergrund und das Areal mit Bürohochhäusern und einer Sportarena – dem inzwischen selbst legendären Madison Square Garden – wurde überbaut.

Der gegenwärtige Umbau gibt Hoffnung

Aber es gibt Hoffnung! Der Schandfleck Penn Station hat dazu geführt, dass New York den Denkmalschutz entdeckte. Dadurch blieb dem zweiten großen Fernbahnhof der Stadt, der Grand Central Station, ein ähnliches Schicksal erspart. Und auch die Penn Station wird wohl in absehbarer Zeit wie Phönix aus der Asche auferstehen, denn ein abermaliger Umbau ist bereits im Gang. Ziel des Vorhabens ist, das gleich neben dem Bahnhof stehende historische Postgebäude, seinerzeit ebenfalls von McKim, Mead & White errichtet, als neue Empfangshalle umzubauen und den Bahnverkehr zumindest zum Teil wieder an die Oberfläche zu holen.

Bis es soweit ist, heißt es für die Reisenden: Zähne zusammenbeißen und sich möglichst schnell einen Weg durch die schmuddelige Bahnhofswelt der Penn Station bahnen. Und bei der nächsten Ankunft wird man vielleicht schon wieder ähnlich prachtvoll empfangen wie anno 1910.

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